Es muss in der Nacht von Samstag auf Sonntag, vom 11. auf den 12. November 1989 gewesen sein, meint Lutz Reineke, als er mit vielen anderen an der Mauer stand und ein Soldat auf einer Leiter die Mauer mit einem Trennschleifer bearbeitete.

Herr Reineke wollte ihm Sekt reichen, doch dann kamen schon andere Soldaten und versuchten, das Gebiet abzusperren. Herr Reineke gelang es in dem Durcheinander, auf die Westseite der Mauer zu gelangen und fand sich am frühen Sonntagmorgen plötzlich ganz allein auf dem ehemaligen Schießfeld zwischen Ost und West am Potsdamer Platz wieder. Dort war es, wo er den Mauerstein aufsammelte und einsteckte.

So war er dann auch der einzige, auf den sich die Journalisten und internationalen Fernsehteams stürtzten - englischsprachig und auch aus Japan, so erinnert er sich. "Es war einer der emotionalsten Momente meines Lebens - es war einmalig", so Herr Reineke als ehemaliger DDR-Bürger.

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“Allein auf dem Schießfeld nach dem Mauerfall,” Berliner Grossstadtgeschichten, accessed 23. Oktober 2017, http://grossstadtgeschichten-berlin.de/items/show/103.
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12.11.1989
Mauerstein vom Potsdamer Platz

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