Während wir uns bewegen und mit anderen Wesen und Dingen interagieren, hinterlässt eine Vielzahl sensorischer Eindrücke ihr Spuren in unserem Gedächtnis und Körper. Einige von ihnen verweilen nur kurze Zeit, andere überdauern Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte. Sie haben somit die Macht individuelle oder gemeinsame Realitäten zu formen. Umgekehrt verarbeiten wir Eindrücke, Ideen und Erfahrungen indem wir sie in eine Form bringen, sei es als Geschichte, als Gemälde, Skulptur oder anderes konkretes, materielles oder immaterielles Symbol. Denkmäler gehören zu dieser Art Geschichten erzählenden Symbole und sind auch so verschieden wie ihre Geschichten. Was wäre, wenn wir blind wären, wenn uns ihr historischer Wert nicht bekannt wäre oder wir unsere eigenen Erfahrungen und Erinnerung nicht mit ihnen verbinden könnten? Wie würden wir dann Denkmäler und ihre Geschichten begreifen, uns ihnen annähern? Moshé Feldenkrais (1904-1984), der die Beziehung zwischen dem physischen Funktionieren des Körpers und der Psyche erforscht hat, sagte "Nichts an unseren Verhaltensmustern ist beständig, es sei denn, wir sind der Überzeugung, dass dem so sei." Bewegung und sensorische Wahrnehmung sind also eng an Gefühle und die individuelle Wahrnehmung von Realität gebunden. "Monument Sensation" ist der Versuch Erinnerungen anderer Menschen und gemeinsames Gedenken in unsere Körper aufzunehmen.

Wenn Denkmäler uns an etwas erinnern sollen, dann muss auch das Material, aus dem sie gemacht sind, und ihre Form eine Geschichte erzählen können. Wie fühlt es sich an, sie zu berühren, sie zu hören, mit ihnen zu interagieren? Wie kann dieser Ansatz die Geschichte eines Denkmals verändern und ihm eine neue Sichtweise hinzufügen?

Diese Geschichte zitieren

“Memorial Sensation,” Berliner Grossstadtgeschichten, accessed 12. Dezember 2018, http://grossstadtgeschichten-berlin.de/items/show/1082.
2018
Memorial Sensation, Konstantin Dohnert, Marissa Niederhausen, Alexandra Zettl

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