Durch Blutspenden hilft man anderen, es war aber auch schon immer eine Einnahmequelle für Menschen in Geldnot. Und finanzielle Sorgen waren Herrn G. während seiner Zeit als Student in der DDR keineswegs fremd.
Zwölf Jahre lang - von 1969 bis 1981 - spendete er regelmäßig Blut und erhielt so pro Spende 48 Mark. Eine respektable Summe, wenn man bedenkt, dass ein Monatsgehalt in der DDR im Allgemeinen unter 1000 Mark betrug.
Man musste dazu allerdings einiges auf sich nehmen. Die großen Kanülen, mit denen das Blut entnommen wurde, verursachten oft Schmerzen. 
Die Blutspenden wurde auch deshalb vergleichsweise gut bezahlt, weil sie der DDR Devisen brachten, das heißt, in den Westen exportiert wurden. Dementsprechen gab es den Spruch: "Ganz Westberlin lebt von Ostberlin".
Nach der 50. Spende erhielt Herr G. die (bezeichnende) Auszeichnung "Der goldene Blutstropfen".

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“"Der goldene Blutstropfen" für die 50. Blutspende,” Berliner Grossstadtgeschichten, accessed 21. Oktober 2017, http://grossstadtgeschichten-berlin.de/items/show/48.
CD01-004-G48-M49-IMG_5770.jpg
07.08.1979
Blutspendeausweis bzw. Nothilfepass, Bezirks-Institut für Blutspende- u. Transfusionswesen, Berlin-Lichtenberg

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