Das Berliner Amerikahaus am Nollendorfplatz, das 1957 in einen heute noch so genannten Neubau in der Hardenbergstraße zog, hatte zum Ziel, die Kultur der Freien Welt allen Bürgern West-Berlins zugänglich zu machen.
Im Falle der Bibliothek des Amerikahauses gelang das zweifellos. Hier fand man Bücher, die es sonst nirgends gab. Frau S. war damals fünf Jahre alt und ihr hatten es insbesondere die Bücher über den Elefanten Babar angetan.
Lesen konnte sie die Bücher noch nicht, schon gar nicht auf Englisch. Das machte aber nichts, denn sie liebte es, sich die großen und schönen Bilder darin anzusehen und die Geschichten dazu erzählte ihr ihre Mutter.
Dafür war Frau S. sogar bereit, den ganzen Weg von der Kreuzberger Großbeerenstraße bis zum Charlottenburger Nollendorfplatz zu Fuß zu gehen, denn Geld für die Straßenbahn war im Allgemeinen keines da.

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“Babar im Amerikahaus,” Berliner Grossstadtgeschichten, accessed 21. August 2017, http://grossstadtgeschichten-berlin.de/items/show/703.
Berlin_-_U-Bahnhof_Nollendorfplatz_-_Linien_U1,U2,U3,U4_(7599970430).jpg
19.06.2012
U-Bahnhof Nollendorfplatz Berlin, Manske, Magnus

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