Frau Rosenberger hat sich zwei Tage nach dem Mauerfall ein eigenes Erinnerungsstück daran gesichert. Irgendwo an der durchbrochenen Mauer fand sie ein kleines Stück, auf dem passend die Farben Schwarz, Ro und Gelb zu sehen waren.
Als die Mauer fiel, saß sie wie die meisten staunend vor dem Fernseher. Bald aber ging die Ku'damm-Anwohnerin ans Fenster und sah die Trabbis auf der Straße und hatte deren charakteristischen Geruch in der Nase.
Weihnachten 1989 erkundete sie Potsdam und Werder und fuhr dazu über die lange gesperrte Glienicker Brücke. Dort wurde sie von Ostdeutschen mit Sekt empfangen, die ihr und den anderen Westberlinern zuriefen, das sei nun ihr 9. November.

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“2 Tage nach der Wende,” Berliner Grossstadtgeschichten, accessed 25. Juni 2017, http://grossstadtgeschichten-berlin.de/items/show/75.
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Mauerstein von der Mauer

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