Institutionen
Dieses Werk wurde vermutlich von Richard Rother geschaffen. 1890 in Bieber im Spessart geboren, er besuchte die Kunstgewerbeschule Nürnberg, bevor er sich einen Platz an der Kunstakademie München sicherte. Da seine Mutter sich nach dem Tod des Vaters nicht allein versorgen konnte, war es ihm jedoch nicht möglich sein Studium anzutreten. Daraufhin arbeitete er in Ateliers verschiedener Bildhauer und erlernte so den Umgang mit Holz, Stein und Stuck. Nach Einsätzen im Ersten Weltkrieg sowie als Hilfsdienst-Verpflichteter zog er nach Kitzingen, wo er seine Frau Linde kennenlernte. Der Holzschnitt, den er für die Geburt seiner Tochter anfertigte, fand eine so starke Resonanz, dass er immer mehr Aufträge für die verschiedensten Anlässe erhielt. Nach Beginn des Dritten Reiches erhielt er offizielle Aufträge der NSDAP, denen er sich eigenen Angaben zu Folge nicht verweigern konnte. Zu diesen Aufträgen gehörten unter anderem ein Denkmal für einen »Gefallenen der Bewegung« in Sickershausen sowie ein Exlibris für Joseph Goebbels. 1957 erhielt er den Riemenschneiderpreis und den Deutschen Weinkulturpreis. 1975 verlieh ihm die Stadt Würzburg den Kulturpreis. Im Alter von 72 Jahren ging er in den Ruhestand. Er starb am 2. November 1980 in Fröhstockheim. zum Objekt
Heinrich Jauner, geboren 1833 in Wien, war der Sohn des Hofgraveurs Franz Jauner, welcher wegen seiner Kunstfertigkeit auch »Wiener Cellini« genannt wurde. Heinrich Jauner war Schüler des bedeutenden österreichischen Künstlers Ferdinand Georg Waldmüller, bevor er sich der Medaillenkunst zuwendete und die von seinem Vater gegründete Medaillenfirma übernahm. Im Laufe seiner künstlerischen Karriere schuf er Personenmedaillen für berühmte Persönlichkeiten wie unter anderem Kaiser Franz Joseph I., die Familie von König Georg V. von Hannover, Eduard von Bauernfeld und Johann Strauss. Zudem verewigte er auch einige historische Ereignisse des 19. Jahrhunderts sowie der Jahrhundertwende auf Medaillen. Kaiser Franz Joseph I. verlieh ihm den Titel eines königlich-kaiserlichen Hof-Kammer-Graveurs. Jauner starb am 11.März 1912. zum Objekt
Der Künstler dieses Werkes, August Hajduk, ist 1880 in Gleichenberg, als Sohn eines Schuhmachers geboren worden. Er studierte zunächst an der Grazer Zeichenakademie bevor er die Bildhauerschule von Wilhelm von Rümann besuchte. Anschließend zog es ihn nach Berlin, wo er unter anderem für die Warenhauskette A. Jandorf & Co. zur Eröffnung des Kaufhaus des Westens ganzseitige Zeitungsinserate entwarf. Dieses Exlibris gehört ebenfalls zu seinen Arbeiten für Jandorf. Hajduk kreierte auch für andere Auftraggeber innerhalb und außerhalb Berlins Reklamemarken, Plakate und Exlibris. Er schuf auch mehrfach Karikaturen für die Satirezeitschrift «Ulk», unter anderem von Kaiser Wilhelm II. Vom Oktober 1916 an arbeitete er als Kriegsmaler in der Kunstgruppe des k.u.k. Kriegspressequartiers. Die letzte datierte Erwähnung August Hajduks stammt aus dem Jahr 1918. zum Objekt
Es ist leider nicht bekannt, wer dieses Exlibris für die Amerika Gedenkbibliothek angefertigt hat. Da die Bibliothek allerdings erst 1954 eröffnet wurde, kann man davon ausgehen, dass dieses Exemplar zu den neueren in unserer Sammlung gehört. zum Objekt
Dies ist ein weiteres Beispiel eines Exlibris eines privaten Unternehmens, welches den Bestand seiner Hausbücherei kennzeichnen wollte. Dieses Beispiel ist im Gegensatz zu den vorherigen auffällig schmucklos gehalten. Womöglich ein Zeichen des Wandels der Zeit, in der Effizienz wichtiger wurde als künstlerische Selbstinszenierung. zum Objekt
Natürlich wollten auch Institutionen, insbesondere Bibliotheken, ihren Besitz kennzeichnen. Während die meisten Bibliotheks-Exlibris, besonders in späteren Jahren, eher dezent gestalten waren, (oftmals nicht mehr als ein leicht geschmückter Schriftzug) gab es aber auch Ausnahmen von dieser Regel.
Doch nicht nur Bibliotheken wollten ihr Eigentum auf künstlerisch ausgefallene Weise kennzeichnen. Auch einige privatwirtschaftliche Unternehmen, die eigene Hausbibliotheken besaßen, wollten sicherstellen, dass jeder genau wusste, wem dieses Buch gehört.