Privatpersonen
Dieses Exlibris wurde vom Bonner Maler und Kupferstecher Carl Leonhard Becker, vermutlich um das Jahr 1897, im Auftrag des Schriftstellers und Journalisten Fedor von Zobelitz geschaffen.
Über den Künstler ist, außerhalb seines Stammbaums, recht wenig bekannt.
Fedor von Zobelitz hingegen war zum Ende des 19. Jh. ein fester Bestandteil der literarischen Szene Berlins und gehörte 1888 zu den Mitbegründern der Berliner Literarischen Gesellschaft, bevor ihn seine Leidenschaft für Bücher nach Weimar zog. zum Objekt
Diese Exlibris ist ein Werk des deutschen Expressionisten Erich Büttner. Er wurde 1889 in Berlin geboren und wuchs im Bezirk Kreuzberg auf. Bereits während seiner Lehre zum Kunstglaser versuchte er sich im Zeichnen und Malen, was ihn zu seinem anschließenden Studium an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin, in den Bereichen Malerei, Grafik und Buchillustration, führte. Büttner war Mitglied des Deutschen Künstlerbundes und trat 1908 der Künstlervereinigung Berliner Secession bei.
Im Alter von 47 Jahren, am 12. September 1936, starb Erich Büttner zurückgezogen in Freiburg im Breisgau.
Bei diesem Exlibris handelt es sich um NS-Raubgut. Der Erbe, Dr. Hermann Simon, überließ es der ZLB als Dauerleihgabe. Hier finden Sie weitere Informationen. zum Objekt
Der 1844 in Mieste geborene Künstler dieses Werkes, Adolf Matthias Hildebrandt, war im Laufe seines Lebens Genealoge, Heraldiker und Publizist. Er gründete die Zeitschrift »Exlibris« und schrieb unter anderem das Buch »Wappenfibel – Handbuch der Heraldik«. Zudem war er zeitweise Redakteur der Zeitschriften »Deutscher Herold« und der »Vierteljahresschrift für Wappen-, Siegel- und Familienkunde«. Hildebrandt hat Zeit seines Lebens eine außerordentliche Zahl von Exlibris, Stammbäumen und Wappen entworfen bzw. gezeichnet. Er starb am 30. März 1918 in Berlin. zum Objekt
Der 1867 in Schrobenhausen geborene Joseph Kaspar Sattler war Maler, Exlibriskünstler und Illustrator und gilt als einer der führenden Bereiter des Jugendstils. Er ging bei seinem Vater als Maler und Vergolder in die Lehre und studierte anschließend an der Münchener Kunstakademie. Danach ließ er sich als freischaffender Künstler in München nieder. Jedoch führten ihn seine vielfältigen Arbeiten für die Reichsdruckerei unter anderem auch nach Straßburg und Berlin. Sein monumentales Werk »Die Nibelungen«, für welches er auch die 'Nibelungenschrift' entwarf, wurde von Deutschland in der Weltausstellung in Paris gezeigt. Es wurden nur 200 Exemplare dieser Ausgabe gedruckt. zum Objekt
Der Künstler Franz Stassen würde 1869 in Hanau geboren. Er war ein deutscher Maler, Zeichner und Illustrator, der, obwohl anfangs noch naturalistisch orientiert, sich später dem Jugendstil zuwandte. Ab 1908 suchte er Kontakt zum Bayreuther Wagner-Kreis und wurde bald ein enges Mitglied des Kreises um Siegfried Wagner. Obwohl er 1930 der NSDAP beitrat und vier Wandteppiche für Hitlers Reichskanzlei mit Motiven aus dem Sagenkreis der Edda schuf, blieben seine Illustrationen von der Politik abgewandt. Er illustrierte hauptsächlich Wagner-Werke sowie Sagen und Märchen. 1939 bekam er von Hitler den Professorentitel verliehen. Ab 1941 lebte er mit seinem Lebensgefährten zusammen und bekannte sich somit in aller Stille zu seiner Homosexualität. Hitler nahm in 1944 in die Gottbegnadeten-Liste, der von den Nazis als wichtigsten erachteten Künstler auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg bemühte sich Stassen bis zu seinem Tod, einen Teil seines im Krieg zerstörten Werkes zu ersetzen. Er starb am 18. April 1949 in Berlin. zum Objekt
Ivo Puhonny war ein deutscher Grafiker und Puppenspieler. 1876 in Baden-Baden als Sohn des renommierten Landschaftsmalers Viktor Puhonny geboren, machte er sich vor allem durch seine Werbe- und Gebrauchsgrafiken sowie die Gründung des Baden-Badener Künstlermarionettentheaters im Jahre 1911 einen Namen. Sein künstlerischer Stil wurde stark von seinen Reisen nach Paris und Ostasien beeinflusst. Beim Aufkommen des Nationalsozialismus verließen viele seine jüdischen Freunde das Land oder nahmen sich das Leben, was die depressiven Neigungen Puhonnys, ausgelöst durch seine Erfahrung im Ersten Weltkrieg, verschlimmerte. Während seine Kunst von den Nazis zwar nicht verboten wurde, ließen sein ausländlisch klingender Name und der sozialkritische Ton vieler seiner Werke seine Kunst immer mehr ins Abseits geraten. Puhonny starb am 6. Februar 1940 nach einem Schlaganfall in einem Sanatorium in Stuttgart-Möhringen. Ein Großteil seiner Kunst ist aber immer noch erhalten. Sein gebrauchsgrafischer Nachlass befindet sich im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, ein großer Teil seines puppenspielerischen Nachlasses in der Puppentheatersammlung des Münchner Stadtarchivs. zum Objekt
Georg Barlösius wurde 1864 in Magdeburg geboren und studierte an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin sowie an der Münchner Kunstakademie, bevor er sich in Charlottenburg niederließ. Sein Hauptwirken war in den Bereichen Buchgrafik und Typografie. Er schuf drei Schriftarten, illustrierte viele Bücher und entwarf zahlreiche Exlibris. Zudem kreierte er Wandgemälde im Theater des Westens sowie Farbverglasungen in der Dankeskirche Berlin-Wedding und im Kaiserin-Augusta-Gymnasium. Er starb 1908. zum Objekt
Dieses Exlibris gehört ebenfalls zu Georg Barlösius' Werken. Es ist in lateinischen Zahlen auf das Jahr 1900 datiert. zum Objekt
Alois Kolb, 1875 als Sohn eines Dekorationsmalers in Wien geboren, besuchte er ab 1896 die Akademie der bildenden Künste in München. In der Radierkunst bildete er sich jedoch selbst aus. Von 1901 bis 1905 war Kolb in der nähe Münchens als Gebrauchsgrafiker und Illustrator für die Zeitschrift »Jugend« tätig, anschließend als Lehrer für Akt- und figürliches Zeichnen an der Magdeburger Kunstschule. Von 1907 bis zu seinem Tode am 5. April 1942 leitete er die Radierklasse an die Königliche Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe in Leipzig. Zu dieser Zeit wurde die Radierabteilung an der Akademie in Leipzig zur Musterschule ihrer Art und brachte viele anerkannte Künstler hervor. zum Objekt
Das Exlibris fand seinen Anfang kurz nach der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg, welcher es möglich machte, sich einander völlig gleichende Bücher in hoher Auflage herzustellen.
Gleichwohl es für die breite Bevölkerung ein Segen war, da mit dem neuen breiten Angebot an Büchern auch die allgemeine Schreib- und Lesefähigkeit zunahm, stellte es die leidenschaftlichen Buchsammler und -liebhaber vor ein Problem: Waren Bücher zuvor noch individuell erstellte, prachtvolle Handschriften, waren Sie jetzt einander gleichende Massenware.
Daher suchten sie nach einer Möglichkeit, ihren eigenen Bücherbestand zu individualisieren. Zum einen zum Schutz vor Diebstahl oder Verlust durch Ausleihe und zum anderen zur Befriedigung des eigenen Kunstsinnes.
So entstand das Exlibris.
Ein künstlerisch ausgestalteter Namenszug oder ein ganzes Kunstwerk in sich, das einfach in die vordere Innenseite des Buchdeckels geklebt werden konnte und sämtliche der oben benannten Zwecke erfüllte.
Im folgenden zeigen wir Ihnen einige Werke von namenhaften Künstlern aus unserem Exlibrisbestand, mit einem kurzen Abriss der Lebenswege dieser Persönlichkeiten.
Siehe auch:
Das Exlibris: eine Kulturgeschichte in 1600 Abbildungen aus den Beständen des Mainzer Gutenberg-Museums/ herausgegeben und mit einer Einführung versehen von Elke Schutt-Kehm ; gestaltet von Elmar Lixenfeld. - Dortmund: Harenberg Edition, 1990. - 576 Seiten
ISBN 3-88379-600-X